ADLERSBERG. Es war ein Dart-Abend, der Spielern und Zuschauern wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Luft im altehrwürdigen Mayerwirtsaal war am Samstagabend zum Schneiden angespannt, die Stimmung durchgehend respektvoll, aber extrem knisternd. Die Ausgangslage für die Darts-Mannschaft des TSV Adlersberg (Flying Eagles) war im Vorfeld klar definiert: Mit einem Sieg gegen den Dartclub Wenzenbach IV in der 2. Bezirksliga Nord wäre der vorzeitige Klassenerhalt gesichert – und das bei noch zwei ausstehenden Saisonspielen. Was folgte, war ein regelrechter Krimi, bei dem die Entscheidung erst im allerletzten Spiel durch Max Freisleben auf der Doppel 10 fallen sollte.
„Das war heute ein absoluter Nervenkrimi“, zeigte sich der Adlersberger Abteilungsleiter Michl Bayer nach dem packenden 8:7-Sieg seiner Mannschaft sichtlich erleichtert. „Unsere Jungs haben in den entscheidenden Momenten unglaubliche Nerven aus Stahl bewiesen.“
Fehlstart und starke Aufholjagd
Der Start in die Partie verlief für die Hausherren allerdings denkbar holprig. Kilian Dinnes und Ulrich Schiller mussten ihre Auftakteinzel jeweils mit 0:3 gegen Peter Spitzer und Andreas Strasser abgeben. Doch der TSV ließ sich vom frühen 0:2-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Das parallel spielende Duo aus Moritz Bäcker und Julian Nickl brachte die Flying Eagles umgehend zurück in die Spur. Beide gewannen ihre Spiele hochkonzentriert mit 3:0 und stellten auf 2:2.
Im Anschluss sorgte Max Freisleben durch ein hart umkämpftes 3:2 gegen Sebastian Huber erstmals für die Adlersberger Führung. Auf dem Nachbarboard zeigte Andreas Schmeiduch derweil vergeblich Darts auf hohem Niveau: Er warf eine 180 und glänzte mit einem High-Finishes (104). Dennoch musste er sich in einem hochklassigen Match dem Wenzenbacher Andreas Bütterich, der seinerseits ein starkes 118er-Finish checkte, hauchdünn mit 2:3 geschlagen geben. Zur Halbzeit stand es somit leistungsgerecht 3:3.
Doppel bringen die knappe Führung
In den darauffolgenden Doppelpartien bewiesen die Flying Eagles dann den etwas längeren Atem. Zwar verlor das Duo Matthias Scheuerer und Moritz Bäcker mit 1:3 gegen das Wenzenbacher Gespann Spitzer/Strasser, doch das Team Julian Nickl und Ulrich Schiller holte im Parallelspiel einen wichtigen 3:2-Erfolg gegen Bütterich/Huber. Als dann auch noch Schmeiduch und Freisleben mit 3:1 gegen Patrick Seidl und Florian Wolf triumphierten, gingen die Adlersberger mit einer knappen 5:4-Führung in die entscheidende zweite Einzelrunde. Andreas Schmeiduch konnte in diesem Spiel ein weiteres High Finish über 109 werfen.
Herzschlagfinale im allerletzten Leg
Doch Wenzenbach gab sich noch lange nicht auf und das Pendel schlug zunächst wieder zugunsten der Gäste aus. Der eingewechselte Scheuerer und Schiller unterlagen ihren Gegnern denkbar knapp mit jeweils 2:3, womit die Gäste aus Wenzenbach das Spiel erneut drehten und mit 6:5 in Führung gingen. Der Druck im Mayerwirtsaal war nun greifbar. Auf Bäcker und Nickl war an diesem Abend jedoch hundertprozentig Verlass: Mit zwei weiteren glatten 3:0-Siegen bogen sie das Spiel abermals um und sicherten dem TSV die enorm wichtige 7:6-Führung.
Damit war die Bühne bereitet für den absoluten Showdown. Die letzten beiden Einzel fanden parallel statt: Schmeiduch traf auf Huber, Freisleben auf Bütterich. Da Schmeiduch sein Match in einem harten Kampf knapp mit 2:3 abgeben musste, glich Wenzenbach im Gesamtergebnis zum 7:7 aus. Alle Blicke im von Anspannung geprägten Saal richteten sich nun auf das allerletzte verbleibende Spiel. Max Freisleben und Andreas Bütterich befanden sich im alles entscheidenden fünften Leg – dem Decider.
Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt und vollkommene Stille legte sich über den Saal, als Freisleben ans Oche trat. Ein konzentrierter Blick, ein flüssiger Wurf – und der alles entscheidende Pfeil landete punktgenau in der Doppel 10. Der Mayerwirtsaal explodierte im Bruchteil einer Sekunde vor Jubel. Mit seinem 3:2-Sieg riss Freisleben die Partie an sich und besiegelte den 8:7-Gesamtsieg für Adlersberg.
Abteilungsleiter Michl Bayer war nach diesem denkwürdigen Finish voll des Lobes für sein Team: „Vor dieser Kulisse im Mayerwirtsaal so cool zu bleiben und im absoluten Entscheidungs-Leg den Sack zuzumachen, ist einfach überragend. Dass wir damit den Klassenerhalt vorzeitig sichern konnten, macht es umso schöner.“
In den verbleibenden zwei Begegnungen der Spielzeit können die Adlersberger nun völlig befreit aufspielen. Der Druck des Abstiegskampfes ist gewichen – doch die Euphorie über dieses Herzschlagfinale wird bei den Flying Eagles sicher noch lange anhalten.



